Aktivitäten / Für Jugendliche / frühere Jugendreisen
Frühere Jugendreisen & Wallfahrten:

Wallfahrt nach Altötting / Bayern vom 21. – 24. Mai 2009

Das Kreuz ist mein Buch

Die diesjährige Jugendwallfahrt führte nach Bayern, in die Heimat Papst Benedikts XVI. Im Marienheiligtum Altötting wurde logiert, dort wo auch der heilige Kapuzinerbruder Konrad von Parzham ein eindrückliches Leben führte. Wie folgt äusserte er sich einmal:

„Das Mittel, das ich gebrauche, um mich in der Demut und Sanftmut zu üben, ist kein anderes als das Kreuz. Dieses ist mein Buch. Nur ein Blick auf das Kreuz lehrt mich in jeder Gelegenheit, wie ich mich zu verhalten habe. Da lerne ich Geduld und Demut, Sanftmut und jedes Kreuz mit Geduld zu ertragen. Ja es wird mir süss und leicht.“

Gruppenbild in Altötting
über 40 Jahre war er Pförtner des Kapuzinerklosters und heiligte sich durch die Demut, den Gehorsam, die Nächstenliebe und Geduld. Wie unser Hl. Pater Pio das Geheimnis des Kreuzes täglich betrachtet und zu seinem Leben gemacht hatte, so hat es auch der Hl. Konrad von Parzham getan. Er sagte: „Das Kreuz ist mein Buch, weil ich hier alles lernen kann, was für mein tägliches Leben wichtig ist.“

Zwanzig Minuten von Altötting entfernt liegt Marktl, der Geburtsort von Papst Benedikt. Offensichtlich lieben die Einwohner Marktls ihren Papst sehr. Im Eingang des Geburtshauses, das auf Wunsch des Papstes zu einem Begegnungsort für Glaubensfragen umfunktioniert wurde, steht auf einer roten grossen Tafel die Aussage des Papstes: „Wer glaubt, ist nie allein“.

Gerade diese Tage der Wallfahrt, des gemeinsamen Betens, Singens und des Austausches im Gespräch durften die Teilnehmer erfahren, dass sie nie alleine sind, dass Gott immer mit uns ist.

Der krönende Abschluss der Reise bildete die Frühmesse um 6.00 Uhr am Sonntagmorgen in der Gnadenkapelle bei der Mutter Gottes von Altötting. Von ihr als unsere Mutter können wir das Gebet lernen, welches die grösste Gabe Gottes ist. Das Gebet ist die Liebe Gottes zum Menschen und vom Menschen zu Gott.
Hoffen und beten wir, dass in diesen zwanzig jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 26 gerade aus der Begegnung mit Gott in der Hl. Messe, in der Anbetung, in ausgiebigen Beichtgesprächen und sonstigen Gesprächen der Wunsch wächst, immer tiefer in die Wahrheit und in das Geheimnis des Glaubens einzutauchen.
Es ist fast schon Tradition, dass wir von Auffahrt bis zum folgenden Sonntag eine Kurzwallfahrt für junge Menschen organisieren. Wir sind gespannt, wohin uns die Reise das nächste Jahr führen wird.

Altötting – Wallfahrtsort des Papstes in seiner Jugend

Altötting ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Bayerns. Umgeben von anderen Kirchen und grossen Gebäuden steht auf einem grossen Platz bescheiden das Heiligtum, eine kleine Kapelle. Von Wundererfahrungen in Altötting berichtet uns der Chronist Jakob Irsig SJ zum Jahre 1489. über das 1. Wunder schreibt er:

Ein dreyjähriges Knäblein, als es zu Alten-Oeting in das Wasser, die Mehren genannt, gefallen und eine halbe Stund dahin gerunnen, ist es endlich gantz todt herauß gezogen worden. Die Mutter auß grossen Vertrauen zu der Mutter Gottes, trägt das todte Kind zu der Hl. Capell und legt es auff den Altar, fällt sambt anderen auff die Knye nider und bittet umb Erlangung deß Kinds Leben flehentlich'. Alsbald wird das Kind lebendig."

Von einem 2. Wunder wird uns berichtet, dass ein 6 Jahre altes Bauernsöhnlein vom Pferd gefallen ist und vom Fuder Haber überrollt, "dermassen zerdruckt wird, dass seines Lebens kein Hofnung mehr vorhanden war." Man machte ein Gelübde und "am folgenden Tag ist der Knab wiederumben gantz frisch und gesund".

Votivtafeln und Dank für Gebetserhörungen
Nach diesen beiden Ereignissen setzt die Wallfahrt systematisch ein. Die wertvollen Mysterientafeln, die Tausenden von Votivtaferl sind nicht nur Zeugnisse lebendiger Wallfahrt, sie verweisen vor allem auf den Glauben und das Vertrauen der Altöttingpilger. Votivtaferl werden auch heute noch zahlreich abgegeben. Eines der jüngsten und eindruckvollsten Taferl ist das vom Frühjahr 2005; darauf ist folgender Text:
Zum Dank liebe Gnadenmuttergottes von Altötting, dass wir alle - 19 Neumarktler (Opf.) - die Katastrophe in Phuket (den Tsunami) am 26.12.2004 überleben durften und unversehrt zurückgekommen sind.
Diese Menschen haben, wie viele andere, Wunder erfahren, sie brauchen keine theologische Begründung mehr.

Hl. Konrad von Parzham – ein Heiliger aus Altötting

Konrad - sein bürgerlicher Name war Johannes Birndorfer - wurde als elftes von zwölf Kindern eines Bauern geboren. Johannes war von klein auf ein ausgesprochen frommer Mensch. Er wollte in ein Kloster eintreten; allerdings war es nicht leicht für ihn, Aufnahme zu finden: immer wieder wurde er abgelehnt. Erst im Alter von 31 Jahren fand er Aufnahme im Kapuzinerkloster in Altötting mit dem Ordensnamen Konrad (Name bedeutet: der tapfere Berater; althochdt.) und seinen Platz fürs Leben an der Klosterpforte.
41 Jahre lang wirkte Bruder Konrad an diesem Platz, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus. Trotz seines 18-Stunden-Tages an der Pforte blieb das Gebet der Mittelpunkt von Konrads Lebens: stundenlang und nächtelang, jede freie Minute nutzend, betete er. Zugleich hatte er ein außerordentliches Verlangen nach dem Empfang der Eucharistie; im Kloster war es üblich, zwei- bis dreimal wöchentlich die Kommunion zu empfangen. Doch Konrads Verlangen war so übermächtig, dass ihm die tägliche Kommunion erlaubt wurde. Im Alter von mehr als 75 Jahren konnte er seinen Dienst wegen der Beschwerden des Alters nicht mehr verrichten, aber noch in der Stunde seines Todes raffte er sich von seinem Lager auf und wollte zur Tür gehen, da er glaubte, dass der stellvertretende Pförtner die Glocke überhört habe. Doch er brach zusammen; bis zu seinem Tod einige Tage später sprach er kein einziges Wort mehr.


Gebetsprozession
In der Kirche des Klosters in Altötting fand Konrad seine letzte Ruhestätte, sie wurde 1953 in Bruder-Konrad-Kirche umbenannt.

Bei seinem Besuch in Bayern im September 2006 würdigte Papst Benedikt XVI. Konrad in seiner Predigt beim Vesper-Gottesdienst in Altötting: „Er hat sich, wie es der Herr im Gleichnis empfiehlt, wirklich auf den letzten Platz gesetzt, als demütiger Pfortenbruder. Er konnte von seiner Zelle aus immer auf den Tabernakel hinschauen, immer bei ihm sein. Von diesem Blick her hat er die nicht zu zerstörende Güte gelernt, mit der er den Menschen begegnete, die fast ohne Unterbrechung an seiner Pforte anläuteten - auch manchmal eher bösartig, um ihn bloßzustellen; auch manchmal ungeduldig und laut: Ihnen allen hat er ohne große Worte durch seine Güte und Menschlichkeit eine Botschaft geschenkt, die mehr wert war als bloße Worte.”

Kanonisation: Konrad wurde 1930 von Papst Pius XI. selig und 1934 vom selben Papst heilig gesprochen.
Attribute: als Pförtner, Brot austeilend.




Rückblick auf die Wallfahrt nach La Salette vom 1. – 4. Mai 2008

Am Erscheinungort in La Salette

Unsere Wallfahrt liegt bereits hinter uns, aber die vielen Erlebnisse sind uns noch in bester Erinnerung. Um gemeinsam einen Rückblick auf unsere Reise zu machen, sind wir am 14. Juni 08 zu einem Fototreffen in Zürich zusammen gekommen.
Zuerst feierten wir mit unseren Priestern die Hl. Messe, bevor wir das Zeitrad um sechs Wochen zurückdrehten. Auf Grossleinwand projiziert, wurden die Eindrücke und Erinnerungen wieder wach:

Einen ersten wichtigen Halt machten wir in Annecy in Frankreich, ein Ort, wo der hl. Franz von Sales und die hl. Franziska von Chantal, beigesetzt sind. Es sind zwei Heilige die uns lehren, bei allem was wir tun, in der liebenden Gegenwart Gottes zu leben. Ein solches Leben schenkt Leben in Fülle und jeder ist berufen, seine Frucht zu bringen. In dieser wunderschönen Kirche mit einem strahlenden Christusbild feierten wir die Hl. Messe am Fest von Christi Himmelfahrt. Unsere Reise ging weiter bis nach La Salette. Am Abend hatten wir Gelegenheit, an der Lichterprozession teilzunehmen und so die Muttergottes mit Liedern in den verschiedensten Sprachen zu grüssen. La Salette ist ein ruhiger, fast unberührter Wallfahrtsort inmitten der Berge.
Die Muttergottes ist zwei Kindern erschienen, die sie als eine Mutter sahen, die sich in die Berge zurückgezogen hat, um über ihre Kinder zu weinen. Die Botschaft ist aktuell bis heute – die Umkehr, das Gebet und die Busse, die Heiligung des Sonntags und das Gebot, den Heiligen Namen nicht zu verunehren. An diesem Gnadenort, wo sich die Schönheit des Himmels und die Realität der Welt berühren, war jeder gerufen, über den Weg und das Ziel des eigenen Lebens nachzudenken. Dazu trafen wir uns zum Gebet, zur Anbetung und geistlichen Impulsen und es blieb auch noch Zeit, inmitten der französischen Alpen - auch nach Besteigung eines Berges – das Wunder der Natur zu betrachten.
Frühmorgendliche Gipfelstürmer...

Ein besonderes Highlight war eine Bergbesteigung am frühen, dunklen Morgen. Das Ziel war, den Sonnenaufgang in luftiger Höhe mitzuerleben. Obwohl der Aufstieg nicht ohne Anstrengung war, so waren alle Teilnehmer sehr zufrieden. Das Farbenspiel von Licht und Sonnenaufgang war der Lohn für die freiwilligen Frühaufsteher. Wir befanden uns inmitten Gottes wunderbarer Schöpfung und konnten so unser Morgengebet auf dem Gipfel des Berges dem Herrn darbringen.
Ein Tagesausflug zum Wallfahrtsort nach Le Laus, wo einst die Muttergottes der Dienerin Gottes Benoite Rencurel erschienen ist, war eine weitere Etappe unserer Reise. Am selben Wochenende unseres Besuches, hat erstmals seit 1862 in Frankreich ein zuständiger Bischof eine Marienerscheinung offiziell anerkannt. Damit bestätigte nun die Kirche, dass die Gottesmutter 1664 der damals 17 Jahre alten Schäferin in Le Laus erschienen ist. Die Erscheinungen wiederholten sich über einen Zeitraum von 54 Jahren. Le Laus ist ein Ort der Gnade und Barmherzigkeit - viele Menschen konnten dort durch das Sakrament der Beichte die Liebe Gottes erfahren.
Pizzaplausch... und erst noch spendiert


Zur Freude von allen, hat uns die Familie eines Teilnehmers eine Pizza spendiert. Der Pizzaiolo der kleinen Strassenpizzeria wird unsere Gruppe, die ihm sicher alle seine Vorräte aufbrauchte, nicht so schnell vergessen.
Müde und zufrieden kehrten wir in die Berge nach La Salette zurück um uns am anderen Tag mit einer Hl. Messe von der Mutter Gottes von La Salette zu verabschieden. Der Anblick der schönen Muttergottesstatue, die ihr weinendes Gesicht in den Händen verbirgt, bleibt uns allen in Erinnerung und lässt uns auf Padre Pio blicken, dessen Beispiel uns auf dieser Reise stets begleitet hat. In unserem Herzen bleibt die leise, aber innige Mahnung, dass wir so leben sollen, um durch unsere Gottes- und Nächstenliebe so manche Tränen abzutrocknen.

Allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein herzliches Dankeschön, für die Teilnahme.. und bis zum nächsten Mal!



Hl. Pfarrer von Ars: „Ich zeige dir den Weg zum Himmel“.

„Ich zeige dir den Weg zum Himmel“ (Pfarrer von Ars)

Wallfahrt für Jugendliche nach Ars - Paray le Monial, 2007

Mit einer Gruppe von 18 Jugendlichen waren wir vom 17. bis zum 20. Mai unterwegs nach Ars und Paray le Monial.
Es war für uns alle eindrücklich, über das Leben und Wirken des Heiligen Pfarrer von Ars und der Heiligen Margareta Maria Alacoque nachzudenken. Diese beiden Heiligen liebten Jesus über alles und setzten ihn an die erste Stelle ihres Lebens. Sie machten auch uns Mut, Jesus ganz in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen. Am Beispiel ihres tiefen Gebetslebens erkannten die Jugendlichen wieder neu, dass dies der Weg ist, um mit Gott verbunden zu sein und uns wie ein Kind sein lässt, das Hilfe und Schutz bei seinem Vater oder seiner Mutter holt: Roman, ein Teilnehmer dieser Reise, sagte nach diesen Tagen: „Ich möchte in meinem Alltag wieder viel mehr beten“.

Die jugendlichen Pilger in Paray le Monial.
Alle Beteiligten an der Wallfahrt durften erfahren, dass es gut tut, als junge Menschen gemeinsam auf dem Weg der Nachfolge zu sein und zu wissen, dass wir als Christen nicht allein sind: „Ich habe in diesen Tagen ganz neu entdeckt, dass ich mit meinen Sorgen und Leiden nicht allein gelassen bin. Es gibt so viele andere Jugendliche, die auch ein Kreuz zu tragen haben. Aber das wichtigste ist, dass ich mein Leiden mit dem Leiden von Jesus verbinden kann, so wie es der Pfarrer von Ars und auch die Heilige Margareta Maria Alacoque getan heben. Ich gehe wirklich gestärkt nach Hause zurück“ (Milena).

„Ich zeige dir den Weg zum Himmel“ sagte der Heilige Pfarrer von Ars zu einem Knaben, welcher ihm den Weg nach Ars zeigte. Diese Freude hatten auch wir, dass dieser grosse Heilige uns den Weg zeigt, wie man mit Gott und in Gott leben kann. Vielmehr als seine Worte, war es seine Liebe zu Jesus, die so einladend auf uns alle gewirkt hat: Die Tränen dieses heiligen Priesters im Beichtstuhl über die Sünder, die über ihre eigenen Sünden nicht weinten, seine Tränen, die er vor dem Tabernakel vergoss und schluchzend sagte: „Er ist da, er ist wirklich da“, seine Liebe zur Mutter Gottes, welcher er alle Familien seiner Pfarrei weihte. All das hat uns zutiefst getroffen. „Es ist schade, dass nicht mehr Menschen nach Ars und nach Paray le Monial kommen, um zu entdecken, wie grenzenlos gross Gottes Liebe zu uns Menschen ist“ (Sylvie).

Bei der hl. Margaretha Maria Alacoque.
Einigen Jugendlichen wurde in diesen Tagen bewusst, welch ein grosses Geschenk es ist, einen geistlichen Begleiter zu haben, welcher einem hilft, den guten Weg zu gehen. Jemand sagte: „Ich weiss eigentlich, dass ein geistlicher Begleiter eine grosse Hilfe ist, aber so oft denkt man dann im Alltag, dass man es schon alleine schafft oder man ist zu stolz, um auch seine Schwächen mit jemandem zu besprechen, aber so kommt man nicht gut voran“. Die Heiligen zeigen uns, dass wir um einen guten geistlichen Begleiter beten sollen, damit Gott uns einen Priester schenkt, der uns den Weg zum Himmel zeigt.

Wir sind Gott dankbar für diese schönen Tage auf den Spuren von zwei grossen Heiligen. Wollen wir die Gnade, die uns auf dieser Reise geschenkt wurde, in unseren Herzen bewahren. Ein besonderer Dank möchte ich auch dem Heiligen Pater Pio sagen, da er uns auf dieser Wallfahrt ganz fest begleitet hat.

Vikar Martin Rohrer