Die harte Prüfung der Gefühle:
Das Leiden und der Tod kamen durch die Erbsünde in die Welt. Christus hat durch das Kreuz dem Leiden und dem Tod einen erlösenden Wert gegeben. Im Gehorsam hat Christus den Willen seines Vaters angenommen, auch wenn es ihn das Leiden und den Tod gekostet hat. Jesus ist nicht dem Gefühl gefolgt, als er auf den Leidensweg zuging, sondern allein der Glaube und der Gehorsam haben ihm die Kraft dazu gegeben. Auch wir können den Weg des Gehorsams nicht gehen, ohne dass wir den Verzicht und das Leiden auf uns nehmen, denn wir sind durch die Erbsünde verdorben und haben so eine Neigung zu den Begierden der Welt (vgl. 1 Petr 2,11). Jesus ermahnt seine Jünger, dass jeder, der ihm nachfolgen will, sich selbst verleugnen soll und das Kreuz auf sich nehmen muss (vgl. Mt 16,24). Das kann aber nur jener, der einen tiefen Glauben hat, dass nicht nur der Gehorsam und das Leiden von Christus einen erlösenden Wert haben, sondern auch alle Schwierigkeiten und Leiden, die man im Gehorsam auf dem Glaubensweg annimmt. Satan möchte uns um jeden Preis von diesem Weg abhalten, und das tut er genau durch die Gefühle. Der Gehorsam geht ja meistens nicht zusammen mit schönen und guten Gefühlen. Ohne den Glauben kann man das Leiden und den Verzicht nicht verstehen, und so geht man auf den Weg, den das Gefühl vorschlägt. Wir sind berufen, Christus im Gehorsam und im Leiden nachzufolgen, damit die Rettung in unser Leben kommt und damit wir anderen Menschen helfen können, den Weg der Rebellion und des Stolzes zu verlassen und sich im Glauben und im Gehorsam vor Gott zu beugen. Diesen Weg kann nur jener gehen, der eine grosse Liebe zu Christus hat. Die Heiligen haben eine grosse Sehnsucht, dass alle gerettet werden, und genau darum sind sie auch bereit, ihr Leben Christus hinzugeben, um der Rettung zu dienen.
Don Pierino Galeone

Hl. Leo der Grosse:
„Liebe Brüder, da ihr Fremde und Gäste seid in dieser Welt, ermahne ich euch:
Gebt den irdischen Begierden nicht nach, die gegen die Seele kämpfen“ (1 Petr 2,11). In wessen Interesse aber kämpfen die irdischen Begierden, wenn nicht in dem des Teufels? Er findet sein Vergnügen daran, die nach dem Himmel strebenden Seelen durch die Genüsse der vergänglichen Güter zu fesseln und von jenem Wohnsitz abzulenken, aus dem er herausgefallen ist. Gegen seine Nachstellungen muss jeder Gläubige weise wachen, damit er seinen Feind gerade durch das, worin er versucht wird, schlagen kann. (Tractatus de AscensioneDomini 74)