Auf das Wort Gottes hören und es befolgen:



“Werdet aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer, sonst betrügt ihr euch selbst“! (Jak 1,22). Um zu glauben, ist es nötig, an Gott zu glauben, sein Wort hören und es befolgen. Darum ist es auch nötig, es zu kennen und um es zu kennen, braucht es die Betrachtung. Nur so, durch die Kenntnis des Wortes Gottes und durch die Betrachtung, können wir im geistlichen Leben vorwärtsgehen. Das Wort Gottes ist Licht: “Dein Wort ist Licht auf meinem Weg“. (Ps 119,105).



Die Betrachtung bewahrt das Wort Gottes im Herzen und der Gehorsam lässt das Wort Gottes zu einem Werk werden, damit alles, was Christus uns durch sein Wort schenkt, verwirklicht werden kann.



Durch das Hören auf das Wort Gottes wird der Glaube entzündet. Wenn man sich aber an die Güter der Welt hängt, an die Genüsse des Leibes und an das eigene Ich, dann wird das Hören auf das Wort Gottes geschwächt. Du kannst nicht gleichzeitig auf das Wort Gottes und auf dein Ich hören, das durch deinen Hochmut genährt wird. Es ist nötig, dass du mit grosser Willensanstrengung dein Ich zum Schweigen bringst, indem du auf das Wort Gottes hörst, es betrachtest und so durch den Gehorsam die guten Werke vollbringst, die das Heil schenken.



Hören bedeutet, dass deine ganze Person hören soll: die Vernunft, der Wille, das Herz und die Sinne, damit dich das Wort Gottes ganz durchdringt. Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam, es ist ein zweiseitig geschliffenes Schwert und dringt bis ins Mark vor. Wenn du das Wort Gottes in deine ganze Person eintreten lässt, dann wirkt es gegen deinen Hochmut oder die Unreinheit oder die Anhänglichkeit an die Güter der Welt. Vergiss nicht, die erste Anhänglichkeit an die Welt betrifft dich; es ist die Anhänglichkeit an dein Ich.



Darum soll dein Glaube stets eine innige Begegnung mit Jesus sein, durch das Hören, Betrachten und Befolgen des Wortes Gottes.



Don Pierino Galeone



Papst Benedikt XVI. : Der Glaube ist vor allem persönliche, innige Begegnung mit Jesus, er ist das Erfahren seiner Nähe, seiner Freundschaft, seiner Liebe, und nur so lernt man, ihn immer besser zu kennen, ihn immer mehr zu lieben und ihm zu folgen. Möge dies einem jeden von uns geschehen können! (21. 10. 2009)