Das Gute zum Bösen missbrauchen:



Die Güter, die der Mensch gegen den Willen Gottes gebraucht, werden nicht in sich schlecht. Was schlecht ist, das ist der frei gewählte Missbrauch der Güter gegen den Plan Gottes. Der Mensch also ändert das Gute zum Bösen. Was ist die Voraussetzung, um etwas gegen Gott zu missbrauchen? Der Ausgangspunkt des Bösen ist das Gute - der Mensch liebt in einer übertriebenen Art und Weise ein Gut, so dass er nicht mehr schaut, wem das Gut gehört und wie es gebraucht werden soll. Satan spornt uns zu dieser übertriebenen Anhänglichkeit zu einem Gut an, um es dann durch die Begierden gegen den Plan Gottes zu missbrauchen. So werden die Güter, die Gott erschaffen hat und in sich gut sind, zu Instrumenten, die Gott beleidigen.

Satan weiss sehr gut, dass Gott uns die Kraft geben kann, die Güter gemäss seinem Willen zu gebrauchen. Darum will er uns langsam von Gott trennen. Das tut er, indem er das Gebet, die Betrachtung, die Wachsamkeit oder auch die Beziehung zum geistlichen Begleiter schwächt. Dann erhöht er die Anziehungskraft, welche unsere Liebe zu etwas / jemand entzündet. Dann trennt man sich Schritt für Schritt von Gott. Was bleibt ist die Verwirrung im Verstand, im Willen und in der Psyche. Gottes Kraft zeigt sich genau in der Versuchung: wenn man mit ihm verbunden ist, wird man immer siegen.

Viele sagen: Jetzt habe ich meine Pflicht getan (Arbeit, Gebet, Betrachtung usw. ), jetzt will ich ein wenig geniessen. Genau hier öffnet man Satan eine Türe, um in uns diese übertriebenen Liebe zu etwas / jemand zu entzünden.



Don Pierino Galeone



Papst Benedikt XVI: Wir dürfen nicht darüber schweigen, dass es das Böse gibt. Wir sehen es an so vielen Orten in dieser Welt; wir sehen es aber auch – und das erschreckt uns – in unserem eigenen Leben. Ja, in unserem eigenen Herzen gibt es die Neigung zum Bösen, den Egoismus, den Neid, die Aggression. Mit einer gewissen Selbstdisziplin lässt sich das vielleicht einigermassen kontrollieren. Schwieriger wird es aber mit einem eher verborgenen Schlechtsein, das sich wie ein dumpfer Nebel auf uns legen kann, und das ist die Trägheit, die Schwerfälligkeit, das Gute zu wollen und zu tun. Immer wieder in der Geschichte haben aufmerksame Zeitgenossen darauf hingewiesen: Der Schaden der Kirche kommt nicht von ihren Gegnern, sondern von den lauen Christen. (Ansprache vor Jugendlichen 24. September 2011)