Wer auf den Herrn vertraut, wird nie enttäuscht:   Denken wir daran, dass uns der himmlische Vater dieses grundlegende Prinzip gegeben hat: «Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet» (Mt 26,41). Der Teufel gibt nicht nach, uns mit seiner Kraft hartnäckig anzugreifen. Aus eigener Kraft gelingt es uns nicht, seine Vorschläge abzulehnen. Was ist das Heilmittel? Wachen und beten, denn ohne das Gebet machen wir die Erfahrung von Unfähigkeit und Ohnmacht. Dies kann uns zur Überzeugung bringen, dass es uns nie gelingen wird, das Böse zu beseitigen und das Gute zu tun. Das Ziel des Teufels ist, dass wir das Gebet lassen oder dass wir ohne Liebe beten. Ohne das Gebet sind wir allein – und der Teufel kann, weil wir schwächer sind als er, mit uns machen, was er will, bis wir schliesslich der Versuchung nachgeben.   Die Heilige Schrift sagt: Wer auf den Herrn vertraut, wird nie enttäuscht (vgl. Sir 2,10). Sollten wir schwerste Versuchungen haben oder hartnäckigsten Feinde gegenüberstehen, wenn der Geist des Herrn in uns ist, dann fahren wir weiter zu beten, zu arbeiten und die Nächstenliebe zu praktizieren. Wir bleiben dann gelassen, weil wir im Herrn immer die Kraft finden, den Geist, die Vernunft, das Gedächtnis zu beherrschen, sei es, um das Böse zu verwerfen, sei es, um die Verlockungen der Welt zu meiden. Sagen wir mehr mit dem Herzen als mit den Lippen: Jesus, ich vertraue auf Dich. Ich bin gewiss, nicht enttäuscht zu werden, sei es im Verwerfen des Bösen, sei es, dass Du mich aus den Schlingen der Versuchungen befreist. Heiligstes Herz Jesu, ich vertraue auf Dich.   Papst Franziskus: Auch heute bricht Satan in das Leben der Menschen ein, um sie mit seinen verlockenden Vorschlägen in Versuchung zu führen. Er vermischt seine eigene Stimme mit den vielen Stimmen, die versuchen, das Gewissen zu zähmen. Von vielen Seiten kommen Botschaften, die die Menschen dazu einladen, sich »in Versuchung führen zu lassen«, den Rausch der Grenzüberschreitung zu erleben. Die Erfahrung Jesu lehrt uns, dass die Versuchung der Versuch ist, Wege zu gehen, die eine Alternative zu den Wegen Gottes sind, die uns das Gefühl der Selbstständigkeit geben, des Genusses des Lebens als Selbstzweck. Doch all dies ist illusorisch: Sehr bald erkennen wir, dass wir uns angesichts der großen Probleme des Daseins umso wehrloser und hilfloser fühlen, je weiter wir uns von Gott entfernen (Angelus, 01. 03. 20).