Das demütige Ich Jesu: Schauen wir auf die Demut Jesu. Seine Kreuziger riefen ihm zu: «Wenn du der Sohn Gottes bist, dann steig herab vom Kreuz!» (Matt 27,40). Er wurde als König verhöhnt, mit einer Dornenkrone und dem Stock als Szepter in seiner Hand. Jesus hat aber alles angenommen, seine Demut und der Verzicht seines Ichs sind unvergleichlich. Jesus war nicht nur der demütigste Sohn, sondern er wollte uns mit grosser Demut sagen: «Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig» (Matt 11,29). Welche Demut Jesu! Sie spuckten ihn an, sie geisselten ihn, sie beleidigten ihn und verurteilten ihn. Judas hat ihn verraten und Petrus verleugnet, die Apostel haben ihn verlassen, haben geschlafen und sein Ich war immer mehr allein. Aber dies war der Weg, damit er sich noch inniger mit seinem Vater vereinen konnte. Was hat uns Jesus nicht alles geschenkt? Er sprach zu seinem Vater: «Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein» (Joh 17,21/24). Er hat nicht auf seine Gottheit geschaut und uns alles geschenkt, seinen ganzen Reichtum: den Vater, seine Mutter, seine Herrlichkeit, seine grosse Liebe, die Vergebung der Sünden, das neue Leben und seine Barmherzigkeit. Er hat den neuen und ewigen Bund geschenkt und sein Ich war immer demütig. Er, der das Alpha und Omega ist! Welche Demut Jesu! Er erträgt alles: «Freund, mit einem Kuss verrätst du deinen Meister?» Jesus sieht unsere Hinfälligkeiten, unsere Schwächen und er wird nie müde uns zu vergeben: Ich spreche dich los von deinen Sünden, ich vergebe dir. Vater, sie wissen nicht was sie tun. Jesus sagte zu Sr. Faustina, dass es ihm mehr missfällt, wenn jemand nicht auf seine Barmherzigkeit vertraut, als wenn er sündigt. Wie gut ist Jesus! Nur wer demütig ist, ist auch stark, denn die Demut ist Stärke. Demut ist jene Fügsamkeit, immer ruhig und demütig zu bleiben, ohne auf die eigene Stellung zu pochen, nein, immer demütig. Die Stärke der Demut wird den Satan beugen. Die Demut. Ja, der Gehorsam ist Glaube und der Glaube und der Gehorsam verschmelzen in der Demut. Es gibt keine Tugend, die nicht auf die Demut gegründet wäre und da Jesus unsere Heiligkeit wünscht, sagt er uns: «Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig».
Don Pierino Galeone

Gebet der Hl. Mutter Teresa: Jesus, in meinem Herzen, vermehre meinen Glauben – stärke meinen Glauben – lass mich meinen Glauben im demütigen Gehorsam leben. (aus dem Buch: Wo die Liebe ist, da ist Gott)