Worin besteht die Freundschaft? Der Freund ist jener, der das Gute gibt durch seine Taten, durch seine Worte, durch sein Gebet und durch sein Leiden. Wenn jemand sagt: „Ich bin dein Freund“, aber das Gute nicht gibt, dann ist er nicht wirklich dein Freund. Dass man ein Freund ist, zeigt man vor allem, wenn man jemandem in schwierigen Zeiten beisteht und ihn tröstet, erquickt, unterstützt, Hoffnung schenkt und ihm verzeiht. Alles, was nicht mit dem Geben des Guten verbunden ist, gehört nicht zur Freundschaft, sondern zerstört die Freundschaft. Der Freund gibt das Gute nicht, damit er das Gute zurückbekommt, denn dieses Verhalten zeigt, dass man das Gute aus Eigeninteresse gibt. Wenn eine Person dir in Zeiten der Freude, aber auch in Zeiten des Leidens beisteht, dann kannst du erkennen, dass sie dir ein Freund ist. Aus dieser Erfahrung wächst auch ein tiefes Vertrauen, das einem hilft, dem Freund in Freude und Leid alles anzuvertrauen. Es ist eine schöne Erfahrung, wenn ein Freund es verseht, im richtigen Moment das zu geben, was dir hilft. Damit man ein Freund sein kann, muss man wachsam sein, um die Freude und Sorgen des Freundes zu erkennen und zu teilen. Es braucht auch die Klugheit, damit man die Freundschaft nicht auf falsche Botschaften aufbaut. Das kann zum Beispiel geschehen, wenn jemand einem viele Komplimente macht. Diese Komplimente können einem denken lassen, dass diese Person ein guter Freund ist, aber vielleicht macht er diese Komplimente aus einer falschen Motivation heraus, damit er dich aus Eigeninteresse für sich gewinnt. Wenn man diese Komplimente nicht in Klugheit annimmt, dann kann es geschehen, dass man den anderen in seinen Schwachheiten unterstützt, die er nicht überwunden hat. So hat man ihm nicht das Gute gegeben, sondern in ihm das Böse gefördert. Das kann zum Beispiel geschehen, wenn ein Freund schlecht über einen Priester oder über einen Mitmenschen spricht. Wenn ich dem zustimme, dann unterstütze ich den Freund in einem Laster, und das ist alles andere als gut. Wenn man ein guter Freund ist, dann hilft man dem anderen, die Schwächen zu überwinden und die Liebe zu leben.
Don Pierino Galeone
Gregor von Nazianz († 390) schreibt über den Hl. Basilius den Grossen: Gleiche Hoffnung auf Erkenntnis bestimmte uns beiden den Weg, Hoffnung auf Erkenntnis, um die doch die Menschen einander am meisten beneiden. Aber zwischen uns gab es den Neid nicht. Und doch war uns ein Wettkampf wichtig: Das war der Streit zwischen uns, nicht, wer den ersten Preis gewänne, sondern wer ihn den andern gewinnen lasse. Denn jeder hielt den Ruhm des andern für seinen eigenen.
Don Pierino Galeone
Gregor von Nazianz († 390) schreibt über den Hl. Basilius den Grossen: Gleiche Hoffnung auf Erkenntnis bestimmte uns beiden den Weg, Hoffnung auf Erkenntnis, um die doch die Menschen einander am meisten beneiden. Aber zwischen uns gab es den Neid nicht. Und doch war uns ein Wettkampf wichtig: Das war der Streit zwischen uns, nicht, wer den ersten Preis gewänne, sondern wer ihn den andern gewinnen lasse. Denn jeder hielt den Ruhm des andern für seinen eigenen.