Wie schön ist es, ein barmherziges Herz zu haben: Der Blinde ist im biblischen Sinn jener, der die übernatürlichen Realitäten nicht sieht: er sieht und hört das nicht, was von Gott kommt. Wer für Gott blind ist, der hört Gott nicht, der zu uns Menschen spricht und er hält die Stimme des eignen Ichs, die nicht von Gott kommt, als die wahre Stimme. Solche Menschen klagen oft andere an, die Jesus treu folgen. Auch einige Pharisäer waren so. Jesus sagte über sie: „Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Weisst du, dass die Pharisäer über deine Worte empört sind? Er antwortete ihnen: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen“ (Mt 15,11-14). Jesus gibt uns also den Rat, dass wir diese Menschen sprechen lassen sollen, denn Gott selber wird schauen, dass sie zum Schweigen gebracht werden. Ich erinnere mich an einige geistliche Kinder von Pater Pio. Sie gingen zu ihm und sagten: „Wenn sie wüssten, was die Zeitung schlechtes über sie schreibt!“ Pater Pio sagte: „Lasst sie schreiben. Gott wird schauen. “ Als ich ein junger Priester war, wurde ich oft verleumdet. Ich litt sehr darunter. Ich habe oft für diese Menschen gebetet, dass Gott ihnen sein Licht schenkt. Ich kann auch sagen, dass jene Menschen, die mich am liebsten lebendig verbrannt hätten, oft nach vielen Jahren kamen und mich herzlich umarmten. Es ist also wichtig, dass wir Gott die Sache überlassen, wenn wir verleumdet werden. Lassen wir uns nicht beeindrucken, wenn die Menschen uns kritisieren und richten, sondern bemühen wir uns immer, gemäss Gott zu sprechen und dieses Leiden Gott zu schenken. Wir sollen auf Gott hören, an Gott glauben und ihm vertrauen. Er wird unsere Vernunft bestimmt erhellen und unserem Willen Kraft geben, auch wenn er zögert und auf sich warten lässt. Wir sollen nicht nur vergeben, sondern auch entschuldigen. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). Wie schön ist es, ein barmherziges Herz zu haben. Glaubt mir: wenn ihr jene entschuldigt, die euch ein Leiden zufügen, könnt ihr euch nicht vorstellen, welch grosse Freude euch Gott schenkt. Es ist wichtig, dass ihr nicht nur vergebt, sondern auch alle entschuldigt, die euch ein Leiden zufügen. Jesus hat für jene gebetet, die ihn kreuzigten, damit sie umkehren. Seid immer gütig. Wie schön ist es, den Nächsten trotz des Leidens anzunehmen. Don Pieriono Galeone Hl. Pater Pio: Nie wirst du dich über irgendwelche Kränkungen beklagen, egal von welcher Seite sie dir auch zugefügt werden, wenn du daran denkst, dass Jesus von der Bosheit gerade jener Menschen, welchen er selbst nur Gutes erwiesen hatte, mit Schmähungen jeder Art überhäuft wurde. Allen wirst du in christlicher Liebe vergeben, wenn du dir das Beispiel des göttlichen Meisters vor Augen hältst, der sogar diejenigen, die ihn kreuzigten, vor seinem Vater entschuldigte.
