Pater Pio betet und fastet Tag und Nacht:  Es war die Tugend der Mässigung, die seiner Tapferkeit Ausdauer und Bestand verlieh. Sie führt zu Ausgeglichenheit und Masshaltung in den zwei Grundfunktionen des organischen Lebens: zum einen im Essen und Trinken, was der Lebenserhaltung des einzelnen Menschen dient und zum anderen in jenen Verhaltensweisen, welche die Erhaltung des gesamten Menschengeschlechts zum Ziel haben. Pater Pio ass und trank sehr wenig. Die Kalorien, die er zu sich nahm, standen in keinem Verhältnis zu dem, was er täglich verbrauchte. Er schlief auch sehr wenig. Immer war er wach und betete, auch dann, wenn er sich im Bett ausruhte oder in seinem Sessel sass. Er betete täglich zwischen 15 und 20 Mal den ganzen Rosenkranz. Auf meine Frage: „Padre, schlafen Sie denn in der Nacht überhaupt nicht, um so viele Rosenkränze beten zu können?“, antwortete er: „So ist es. “  
Don Pierino Galeone

(Aus dem Buch: "Pater Pio mein Vater" ISBN 978-3-7171-1166-5) Papst Franziskus: Es geht nicht darum, den Mut zu verlieren, wenn man Modelle der Heiligkeit betrachtet, die einem unerreichbar erscheinen. Es gibt Zeugnisse, die als Anregung und Motivation hilfreich sind, aber nicht als zu kopierendes Modell. Das könnte uns nämlich sogar von dem einzigartigen und besonderen Weg abbringen, den der Herr für uns vorgesehen hat. Worauf es ankommt, ist, dass jeder Gläubige seinen eigenen Weg erkennt und sein Bestes zum Vorschein bringt, das, was Gott so persönlich in ihn hineingelegt hat (vgl.  1 Kor 12,7), und nicht, dass er sich verausgabt, indem er versucht, etwas nachzuahmen, das gar nicht für ihn gedacht war. (Gaudete et exsultate, 11)