Sich unterwerfen, um zu herrschen:
Der Mensch ist von Gott berufen, um die Welt zu beherrschen. „Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. Dann sprach Gott:
Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung“ (Gen 1,28-30). Der Mensch ist also gleichzeitig Herr über die Schöpfung, und trotzdem ist er dazu bestimmt, sich der Herrschaft Gottes zu unterwerfen. Auch muss der Mensch wachsam sein, damit er nicht von den weltlichen Begierden beherrscht wird. Satan versucht, uns durch die Begierden der Welt und das eigene Ich zu beherrschen. Wenn der Mensch sündigt, dann beugt er seinen Willen, seinen Verstand, die Sinne, die Psyche und die Sexualität dem Satan. Auf diese Weise beherrscht Satan einen Menschen, weil er ihn dazu führt, seinen Willen zu tun. Da Satan stärker ist als wir Menschen, müssen wir jemand finden, der den Satan besiegen kann. Jesus ist der einzige, der durch seinen Tod und seine Auferstehung den Satan, die Sünde, die Welt und den Tod besiegt hat. Der Geist Gottes hilft uns, über Satan zu siegen. Wenn wir uns der Herrschaft Gottes unterwerfen, dann beherrschen wir auch in rechter Weise die Schöpfung. Diese Überlegungen führen uns zur Frage:
wie können wir uns mit Christus, dem Sieger, verbinden? Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort:
der Gehorsam zu Gott ist die Verbindung mit dem Sieger über Satan. Der Gehorsam hat zwei Dimensionen:
• ich verzichte auf Satan, dem falschen Beherrscher unseres Lebens • ich unterwerfe mich Gott, dem wahren Herrscher. Wenn wir uns Gott unterwerfen, dann unterwirft er alle unsere Feinde. Jesus hat den Satan besiegt, der uns durch die Sünde dem Bösen unterwirft. Wenn wir uns Jesus unterwerfen, dann ist er es, der unsere Feinde bekämpft und besiegt. In den Psalmen lesen wir:
• Er (Gott) entriss mich meinen mächtigen Feinden, die stärker waren als ich und mich hassten. (Ps 18,18) • Du (Gott) hast mich von meinen Feinden befreit, mich über meine Gegner erhoben, dem Mann der Gewalt mich entrissen. (Ps 18,49) • Mit Gott werden wir Grosses vollbringen; er selbst wird unsere Feinde zertreten. (Ps 60,14) • Der Herr ist deine Zuflucht, du hast dir den Höchsten als Schutz erwählt. Dir begegnet kein Unheil, kein Unglück naht deinem Zelt. Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt; du schreitest über Löwen und Nattern, trittst auf Löwen und Drachen. Weil er an mir hängt, will ich ihn retten; ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen. Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren. Ich sättige ihn mit langem Leben und lasse ihn schauen mein Heil. (Ps 91,9-16) Der Hl. Petrus sagt:
„Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt. Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken“ (Apg 5,30-31). Jesus ist Herr, weil er den falschen Herrscher besiegt hat. Wenn wir uns durch den Gehorsam mit ihm verbinden, dann nehmen wir auch an seiner Herrschaft teil:
durch den Gehorsam besiegen wir den Feind und können in der Ewigkeit teilhaben an der Herrschaft Gottes. Satan lässt uns glauben, dass es gut ist, selber Herr und Meister zu sein und sich nicht Gott zu unterwerfen, denn so kann man tun und lassen, was man will. Jesus sagt:
„Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ (Lk 16,13). Die Unabhängigkeit von Gott bedeutet also gleichzeitig Abhängigkeit von Satan. Du entscheidest, wen du als deinen Herrn wählst. Da wir Menschen von Natur aus von der Erbsünde belastet sind, sagt Jesus:
„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst“ (Mt 16,24). Bist du bereit, den Willen Gottes zu tun, um so durch das Wort Gottes den Geist und das Leben Gottes zu erhalten, welche dir helfen, dein eigenes Ich, die Welt und Satan zu besiegen? Nur wer das Wort Gottes betrachtet, verbindet sich mit der Kraft Gottes. Wenn jemand sagt, ich schaffe es nicht, dann ist er Sklave von Satan, was wiederum bedeutet, dass er nicht an Christus glaubt. Wenn man sagt, ich schaffe es nicht, dann ist das nur eine Maske, hinter der man die Liebe zu den weltlichen Begierden versteckt. Wer von Satan beherrscht wird, der wird zum Beherrscher der Mitmenschen und nicht zum Diener, wie es Gott bestimmt hat. Wer sich nicht dem Wort Gottes beugt, ist ein Sklave Satans.
Don Pierino Galeone

Bibel:
„Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden. Ihr wart einst darin gefangen, wie es der Art dieser Welt entspricht, unter der Herrschaft jenes Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist. Zu ihnen gehörten auch wir alle einmal, als wir noch von den Begierden unseres Fleisches beherrscht wurden. Wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben, und waren von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen. Gott, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner grossen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. “ (Eph 2,1-6)